Einführungen und Vorträge 2020-2025
Einführungen und Vorträge 2020-2025
‣Februar 2025: Trickreiches Wirtschaftswunder. Westdeutsche Animationsfilme der 1950er Jahre. Zeughauskino. Vier Programme: 2., 9., 18. und 23. Februar. Keine Handouts!: https://www.dhm.de/zeughauskino/spielplan/?tx_solr%5Bfilter%5D%5B0%5D=series:Trickreiches%20Wirtschaftswunder
‣Sonntag, 26. Januar 2025, Zeughauskino, 17.00 Uhr + Dienstag, 28. Januar, 19.00 Uhr: Reihe Berlin.Dokument Nr. 143 – Ein Leben (DDR 1980, Helke Misselwitz) + Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann (DDR 1989, R: Helke Misselwitz) – BD 143 Berliner Lebenswege Handout.pdf – Voller Neugierde und Fragelust taucht Helke Misselwitz in fremde Leben ein. In "Ein Leben" (1980) rekonstruiert sie das Schicksal der Berliner Bäckersfrau Maria Bartel. Knapp zehn Jahre später dokumentiert sie in "Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann" (1989) die Belegschaft einer Kohlenhandlung in Prenzlauer Berg [Foto]. – Maria Bartel, geboren 1901 in Ostpreußen, seit 1920 in Berlin und hier 1975 auch verstorben, stand während des Nationalsozialismus in der Blütezeit ihres Lebens. Fotos und Briefe, Dokumente und Postkarten erhellen Privates, ohne Gewissheit zu bekommen. War sie eine starke Frau, die trotz aller Schicksalsschläge und Widrigkeiten ihr Leben meisterte? Die Recherche nach den Orten, wo sie in Berlin gelebt und gearbeitet hat verbleibt ebenso im Ungefähren wie die spärlichen Erinnerungen von Bekannten. – Eine andere Art Erkundung stellt das Porträt einer privaten Kohlehandlung in der Gleimstraße 6 dar. Mit ihrem Kameramann Thomas Plenert erkundet Helke Misselwitz diese wie aus der Zeit gefallene Arbeitswelt mit ihrem eigenen Rhythmus. Mit Sympathie und großem Taktgefühl nähern sie sich der Chefin Renate Uhle und ihren Kohlenmännern und beobachten ihren dreckigen, unheroischen und solidarischen Arbeitsalltag; nicht zuletzt auch ein Dokument „frischesten, direktesten, sehr berlinischen Lebens”. (Detlef Friedrich, 1989)
‣17. - 18. Januar 2025: Filmseminar (Universität Hamburg / Kino Metropolis) Infos hier: https://www.metropoliskino.de/themen?theme=141
‣11. Dezember 2024: Vortrag über den Einsatz von Filmografien und Eigen-Datenbanken in filmwissenschaftlichen Forschungszusammenhängen auf der Tagung "Filmographien als Orte der Erinnerun. Tagung der Arbeitsgruppe Cinematographie des Holocaust. Filmmuseum Potsdam & Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, 9. - 11. Dezember 2024.
‣Dienstag, 24. September 2024, Zeughauskino, 19.00 Uhr + Samstag, 28. September, 18.00 Uhr: Reihe "Berlin.Dokument", Nr. 139: Von der Fasanenstraße in die Oranienstraße – BD 139. Von der Fasanenstraße in die Oranienstraße_Handout.pdf – Die Fernsehdokumentation Die Fasanenstraße (BRD 1989) zeichnet die Kulturgeschichte einer wichtigen Straße im Berliner Westen nach. Vorgestellt werden u.a. und stellt u.a. das Künstlerhaus Sankt Lukas, das Theater des Westens, der Delphi-Filmpalast, das Jüdische Gemeindehaus, das Literaturhaus und das Käthe-Kollwitz-Museum. Im Astor-Kino befand sich in den 1920er Jahren das Nelson-Theater, in dem Josephine Baker ihren Bananentanz aufführte. An der Hochschule für Künste arbeitete ab 1928 eine Rundfunk-versuchsstelle, wo Friedrich Trautwein 1930 das elektrische Musikinstrument „Trautonium” entwickelte. Zeitzeugen wie Heinz Galinski, Evelyn Künneke und Oskar Sala erinnern sich. – Der Film Die Oranienstraße (1987) konzentriert sich auf die Gegenwart. Kurzinterviews vermitteln ein lebendiges Bild einer Straße, in der die berühmte Kreuzberger Mischung noch intakt ist, zumal eine den Kiez zerstörende Stadtautobahn verhindert wurde. Neben Handwerksbetrieben haben sich in der Straße die Künstler des „Oranienateliers“, ein Kabarett und die „Galerie Unrat“ etabliert. Nächtlicher Anziehungspunkt ist der Klub SO 36, die „Oranienetage“ betreut drogenabhängige Jugendliche und ein deutsch-türkisches Kulturzentrum ist in Planung.
‣Samstag, 6. Juli 2024, Zeughauskino, 18.00 Uhr + Dienstag, 9. Juli, 19.00 Uhr : Reihe "Berlin.Dokument", Nr. 137: O logischer Garten (BRD 1988) – BD 136 Juli 2024 – O logischer Garten (1988).pdf – Seltsam leer und fremd erscheinen beide Stadthälften, wie eingefroren zwischen den Zeiten. Durch den Lärm der Großstadt dringt nur selten das Trillern eines Vogels. Gelegentlich kommentiert ein scharfer Pfeifton die Unwirtlichkeit der Stadt. In langen ruhigen Einstellungen zeigen Ingo Kratisch und Jutta Sartory ein Berlin, der die Mitte abhanden gekommen ist: „Ein gewisser Ausgangspunkt war ein Zitat von Hannah Arendt, in dem es heißt, das Vergangene ist im Gegenwärtigen sichtbar. Dies haben wir in beiden Berlin gefunden. Dadurch wird es wieder zu einem Berlin.“ Was verbergen beide Stadthälften? Was versteckt sich hinter den Kunststoffplanen, die allerorten Häuser abdecken? Was kommt zum Vorschein, wenn Gruben ausgehoben werden? Wovon künden die zahlreichen Brachen und Brandmauern? Silbergeschirr wird geputzt, ein zerbrochener Grabstein zusammengesetzt: Wieviel ist von dem deutschen Jahrhundertverbrechen noch sichtbar? – Zumeist in dreckiges Braun getaucht, bricht dieser Film mit der gängigen begeistert-optimistischen Darstellung der Stadt. Dieses Berlin ist keine euphorische Sinfonie einer rastlosen Großstadt, sondern ein filmisches Gedicht über einen großen Verlust.
‣Samstag, 11. Mai 2024, Zeughauskino, 18.00 Uhr + Sonntag, 12. Mai, 16.00 Uhr: Reihe "Berlin.Dokument" Nr. 135: Der Videopionier. Sechs Geschichten zur Stadtteilsanierung 1973-1983 (BRD 1984) – BD 135 Der Videopionier (BRD 1984)_Handout.pdf – Anfang der 1970er Jahre führte die Stadtplanung des Berliner Senats zu zahlreichen Konflikten. Auch im Sanierungsgebiet Klausener Platz in Charlottenburg protestierte eine Bürgerinitiative gegen die geplante Kahlschlagsanierung. Etwa zur gleichen Zeit kam eine neue Aufzeichnungstechnik auf den Markt: Video. Die Bild- und Tonaufzeichnung auf Magnetband war leicht zu bedienen, die Aufnahmen konnten sofort und an jedem Ort abgespielt werden. Gerd Conradt gehörte 1973 zu den ersten, die das Medium nutzten, um den Protestierenden eine Stimme zu geben und Gegenöffentlichkeit herzustellen. Zehn Jahre später konfrontierte er sechs der an den Mieterprotesten beteiligten Personen mit diesen Aufnahmen. – In Der Videopionier. Sechs Geschichten zur Stadtteilsanierung 1973-1983 reflektiert Gerd Conradt aber auch die filmkünstlerischen Möglichkeiten des Mediums und schlüpft in die Rolle des sowjetischen Avantgardisten Dziga Vertov. Conradts Videoband bietet zudem einen Ausblick auf den Stand der Sanierungspolitik, die Formen gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und nicht zuletzt auf die heute obsolet gewordene Videotechnik.
‣Montag, 1. April 2024, Zeughauskino, 19.00 Uhr + Sonntag, 7. April, 15.30 Uhr: Reihe "Berlin.Dokument" Nr. 134: Museumsbesuche – BD 134 Museumsbesuche Handout.pdf – Hinter dem rätselhaften Filmtitel Ein Wüstenschloss auf Steinparkett (DDR 1982) verbirgt sich ein Porträt des Islamischen Museums in Berlin. Das jordanische Wüstenschloss Mschatta mit seiner reich dekorierten Fassade ist das bedeutendste Exponat dieser Sammlung. Mit Aufnahmen aus islamischen Ländern, Karten und Exponaten des Museums zeichnet der Film die Geschichte und die unterschiedlich ausgeprägte Kunst dieser Weltreligion nach. – Auf der Museumsinsel, hinter dem Kupfergraben, liegt das im Oktober 1904 als Kaiser-Friedrich-Museum eingeweihte Bode-Museum mit seiner bedeutenden Skulpturensammlung. Die DDR benannte es nach Wilhelm von Bode, dem Initiator des Hauses. Der Film Das Haus hinter dem Kupfergraben (DDR 1988) porträtiert den Kunsthistoriker als einen realistischen Visionär, stets zu Konzessionen bereit, um seine Ziele zu erreichen: „Wer, wie Bode, einen Traum verwirklichen will, und kein Geld in der Tasche hat, muss zuweilen den Rücken beugen, wenn er die Hand ausstreckt.“ – Der Film Museum für deutsche Geschichte (DDR 1988) über das nationale Geschichtsmuseum der DDR im ehemaligen Zeughaus verbindet einen Gang durch die Sammlungen mit grundsätzlichen Fragen nach dem, was Geschichte ausmacht, was erinnerungswürdig ist und was ein historisches Museum sammelt: „Zeit? Wie wählt man aus? Was stellt man aus? Was aus dem Heute wird da morgen zu sehen sein?“
‣Dienstag, 20 Februar 2024, Zeughauskino, 19.00 Uhr + Freitag, 23. Februar, 17.30 Uhr: Reihe "Berlin.Dokument" Nr. 132: Material Berlin-West II: Mauerblicke von West nach Ost. – BD 132 Material Berlin.-West II Handout.pdf – In BRDDR (1981) beobachten Lilly Grote und Irina Hoppe, wie Arbeiter am Weigandufer Ecke Harzer Straße die Berliner Mauer durch eine stärkere Befestigung ersetzen. Für Ein-Blick filmt Gerd Conradt 1987 zwölf Stunden lang den Todesstreifen an der Elsenstraße 41. Die Kamera nimmt ein Bild pro Sekunde auf und lässt den Alltag hinter der Mauer wie ein absurdes Ballett erscheinen. In deutsch-deutsche Fragmente (1986) verfremdet Hartmut Jahn Filmdokumente aus Ost und West zu einem grotesken Bild- und Tonreigen. Surrealer Höhepunkt: Die DDR verkündet den Abriss der Mauer, die schon seit längerem, um Material einzusparen, nur noch aus Pappe und Styropor bestand. 1986 senden ehemalige DDR-Bürger Fernsehgrüße von West nach Ost: berührende, intime, nachdenkliche, originelle, traurige und witzige „Fernsehpostkarten”. Nach dem Fall der Mauer 1989 nehmen die „Gropiuslerchen” eine neue Version ihres Liedes "Berlin Berlin, Dein Herz kennt keine Mauern!" auf.
•Vorspiel zu: Die lustigen Weiber von Windsor (D 1929), Ufa-Symphoniker unter Willy Schmidt-Gentner
•An der schönen blauen Donau (AT 1931), Wiener Männergesangs-Verein unter Ferdinand Großmann
•Das Weltkonzert I. Ouvertüre zu der Oper „Wilhelm Tell“ von G. Rossini (D 1932), Berliner Symphonie-Orchester unter Max von Schillings
•Das Weltkonzert II. Ouvertüre zu der Oper „Oberon“ von Carl Maria von Weber (D 1932), Berliner Philharmonisches Orchester unter Bruno Walter
•Das Weltkonzert VI. Ouvertüre zu der Oper „Tannhäuser“ (D 1933), Sächsisches Staatsorchester unter Fritz Busch
•Das Weltkonzert Nr. 7. Deutsche Komponisten Nr. 1. Aus der Oper „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner: Vorspiel und Isoldens Liebestod (D 1933), Staatsorchester Berlin unter Leo Blech
•Das Weltkonzert Nr. 11. Ouvertüre zu der Oper „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach (D 1934), Staatskapelle Berlin unter Leo Borchard
‣Dienstag, 16. Mai 2023, 18.00 Uhr, Kino im Deutschen Filminstitut, Frankfurt am Main: Filmreihe: Inflation im Kino der Weimarer Republik. Einführung in den Film Alles für Geld (D 1923, P: Emil Jannings, R: Reinhold Schünzel, D: Emil Jannings, D: ) – Alles für Geld_Handout_Goergen.pdf. – Die Filmreihe ist Teil des Begleitprogramms der Sonderausstellung „Inflation 1923. Krieg, Geld und Trauma” im Historischen Museum Frankfurt sowie der Sonderausstellung „Weimar weiblich. Frauen und Geschlechtervielfalt im Kino der Moderne (1918–1933)” im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt.
‣Samstag, 7. Mai 2023, 15.30 Uhr, Zeughauskino + Dienstag, 9. Mai, 19 Uhr, Zeughauskino, Reihe: "Berlin.Dokument" Nr. 125: Wiederaufgebaut: Das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt. Berlin-Filme von Heide Gauert (I) – 125 Mai 2023 Rückkehr der Musen_Handout.pdf – 1977 beschloss die DDR-Führung, die Kriegsruine des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt zu einem modernen Konzerthaus aus- und umzubauen. Das von 1818 bis 1821 von Karl Friedrich Schinkel erbaute Gebäude wurde vollständig entkernt und im Stil des Klassizismus ausgebaut. Rückkehr der Musen (DDR 1984) von Heide Gauert beobachtet die verschiedenen Gewerke bei der Arbeit und erzählt die wechselvolle Geschichte des Gendarmenmarktes bis zur feierlichen Einweihung des rekonstruierten Schauspielhauses am 1. Oktober 1984.– Im Französischen Dom wurde 1987 das aus 60 Glocken bestehende Carillon eingeweiht. In Glockengießer (DDR 1987) verfolgt Heide Gauert die Herstellung der Glocken im VEB Leichtmetallguss Pößneck, wo man bis dahin keinerlei Erfahrungen mit dem Glockenguss hatte. Trotzdem gelang den Arbeitern nach zahlreichen Experimenten und Versuchen der Guss. Gauerts Film dokumentiert auch ein Stück ostdeutscher Industriegeschichte, zeigt er doch, wie ein unmöglicher Auftrag mit Improvisation und Erfindungsreichtum zum Erfolg geführt wird.
‣Samstag, 1. April 2023, 17.30 Uhr, Zeughauskino + Samstag, 8. April, 17.30 Uhr, Zeughauskino, Reihe: "Berlin.Dokument" Nr. 124: Links und rechts der Schönhauser Allee – - BD 124. Links und rechts der Schönhauser_Handout.pdf – In Durch Zilles Gegend geloofen (DDR 1983, R: Ernst Cantzler) erkundet der Lyriker Heinz Kahlau Heinrich Zilles "Milieu". Anhand einiger Zille-Fotos macht er eine Gruppe von Kindern mit dem alten Berlin vertraut. Am Rosa-Luxemburg-Platz versuchen sie, eine von Zille fotografierte und gezeichnete Eckkneipe im Stadtbild zu lokalisieren. In vielen Einstellungen sieht Ost-Berlin noch so aus wie zu Zilles Zeiten. Eine ältere Frau erzählt von den erbärmlichen Lebens- und Wohnverhältnissen in den 1920er Jahren mit Kellerwohnungen und Toiletten auf dem Hinterhof. Damals war Spielen auf dem Hof verboten; heute feiern Kinder dort ein buntes Fest – Der Berliner Schauspieler Jaecki Schwarz plaudert und singt sich durch Geschichte und Gegenwart des "Boulevard des Nordens". In Links und rechts der Schönhauser (DDR 1983, R: Armin Greim) führt er vom Wasserturm in tiefe Weinkeller, vom Prater zu Konnopke und vom Jahnsportpark zum Jüdischen Friedhof. Von entkernten Hinterhöfen am Arnimplatz geht es über ein Café Achteck zum Bahnhof Schönhauser Allee und zum Kino Colosseum. Der Film beobachtet auch den Alltag auf der 1841 angelegten Schönhauser Allee und begleitet das Pantomime-Theater Berlin bei einem Straßenumzug.
‣24. Januar 2023, 18.00 Uhr, Brotfabrikkino: Einführung zu dem Film Schaut auf diese Stadt (DDR 1962) von Karl Gass.
‣Sonntag, 22. Januar 2023, 18.00 Uhr + Sonntag, 29. Januar, 16.00 Uhr: Zeughauskino Reihe Berlin.Dokument Nr. 121: Es begann in Berlin (DDR 1986, P: DEFA-Studio für Dokumentarfilme, R: Joachim Hellwig, 79') – 121. Es begann in Berlin Handout.pdf – Zum 750-Jahr-Jubiläum Berlins entstanden, lässt Joachim Hellwig in Es begann in Berlin die Geschichte der Stadt Revue passieren. Mit zahlreichen historischen Aufnahmen sowie Ausschnitten aus Dokumentarfilmen zeichnet er, der als 13jähriger Flüchtling in die kriegszerstörte Stadt kam, ausgewählte Ereignisse nach, engagiert, parteilich, subjektiv: „Kein dokumentarisch historischer Ablauf, sondern eine möglichst eindrucksvolle künstlerische Äußerung zu Berlin, Partei, Staat und Frieden." (Hellwig) Zu sehen sind u.a. eine Girlsreihe vor dem Alten Museum, Akrobaten auf Hochrädern vor dem Brandenburger Tor, Albert Einstein, ein Jazzorchester, Flug über das kriegszerstörte Berlin 1945, die erste U-Bahn und die neueste Mode, ein FDJ-Aufmarsch Unter den Linden, Helene Weigel in „Mutter Courage“, Paul Robeson singt vor der Humboldt-Universität, Alfred Döblin spricht, Neubauten in Marzahn, Willy Brandt trifft Erich Honecker, Vorbereitungen auf die 750-Jahr-Feier, abendlicher Fackelzug und Feuerwerk. Nicht zu sehen ist u.a. der Bau der Berliner Mauer. Heinz Kersten im West-Berliner Tagesspiegel: „So wurde dies nur ein Jubelfilm zur Jubelfeier, der keinen Anlass gibt, zu jubilieren. Vorzuwerfen ist ihm nicht, dass er sein Thema parteiisch angeht, sondern dass er es verschenkt." (17.1.1987)
‣13. bis 15. Januar 2023, Wochenende Filmseminar "Jugend von Morgen" im Kino "Metropolis" in Hamburg. – Handout Filmseminar Hamburg.pdf – Wie lebten Jugendliche in den 1950er und frühen 1960er Jahren, am Vorabend der weltweiten Jugendrevolte ab 1968? Viele hatten noch den Krieg und die nationalsozialistische Propaganda bewusst erlebt, wuchsen nun in unvollständigen Familien auf und litten unter den materiellen Entbehrungen der unmittelbaren Nachkriegsjahre. In den Aufbaujahren lernten sie die Anfänge der Konsumgesellschaft kennen, die ihre Freizeitgestaltung beeinflusste und zu einer neuen Jugendkultur führte. Nun bestimmten amerikanische Filme, Jazz und Mopeds, Clubs und Milchbars einen zusehends kommerzialisierten Alltag. Die Erwachsenen versuchten, ihnen mit den Mitteln der Jugendarbeit und -förderung gesellschaftlich gewünschte Alternativen anzubieten, vor allem als Mitte der 1950er Jahren in westdeutschen Großstädten die sog. Halbstarkenkrawalle ausbrachen.
‣Samstag, 26. November 2022, 18.00 Uhr, Zeughauskino: Brennendes Land (D 1921, 42'; viragiert) – Brennendes Land_Handout.pdf – Propagandistischer Spielfilm, der anlässlich der Volksabstimmung in Oberschlesien am 30. März 1921 für die Zugehörigkeit Oberschlesiens zu Deutschland wirbt. Ein Film mit ausgeprägter antipolnischer Tendenz.
‣Donnerstag, 3. November 2022, 19.00 Uhr: Vortrag im Stadtarchiv Wiesbaden über "Ozaphan" mit Buchvorstellung.
‣Donnerstag, 29. September 2022. Vortrag "Mädchen mit der Schere. Filmkleberinnen der Stummfilmzeit" auf der Jahrestagung 2022 der Gesellschaft für Medienwissenschaft, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale. Wenig ist bisher bekannt über den Anteil der Frauenarbeit in der deutschen Filmindustrie von den Anfängen bis zur Einführung des Tonfilms um 1930. Vor allem im Bereich der Filmkleberei arbeiteten fast ausschließlich Frauen. Sich mit ihrem Beruf zu beschäftigen, heißt in die Details der Filmbearbeitung einzusteigen und die verschiedenen Arbeitsschritte im Kopierwerk zu identifizieren. Die Werkzeuge der Filmkleberinnen waren Schere, Kleber, Klebelade und Filmklebeschneider, ihr Arbeitsplatz der Umroll- und Klebetisch. Die Arbeit der Filmkleberin war ein Anlernberuf; nur wenigen gelang der Aufstieg zum künstlerischen Filmschnitt, der Montage.
‣Freitag, 17. Juni 2022, Deutsches Filminstitut, Frankfurt am Main: Vortrag "Zur Geschichte der kommunalen Filmarbeit"
‣Mittwoch, 19. Januar 2022, 20.00 Uhr, Zeughauskino + Wiederholung am Sonntag, 23. Januar, 16.00 Uhr, Reihe Berlin.Dokument Nr. 109: Ost-Berliner Heimatbilder: Von Cölln nach Köpenick – - 109. Ost-Berliner Heimatbilder_Von Cölln nach Köpenick Handout.pdf – Drei Berliner „Heimatfilme“ mit viel Dialekt und „Berliner Luft“ rücken Ost-Berlin in das beste Licht. Mit berlinischem Humor porträtiert Cölln in der Spree (1977) die zwischen den Spreearmen gelegene Schwesterstadt Berlins. Auf den Spuren alter Karten und Bilder stellt er die wenigen zwischen Fischerinsel und Schlosspark noch erhaltenen historischen Gebäude wie das Ermelerhaus und das Ribbeck-Haus vor und zeigt auch die moderne Gegenwart mit ihren zahlreichen Hochhäusern und dem Palast der Republik. – Sonnabend, Sonntag in Berlin (1976) gruppiert Alltagsbeobachtungen eines Wochenendes rund um den Alexanderplatz, dem „Boulevard der ganzen Republik”, flaniert Unter den Linden, trifft sich zum gemütlichen Beisammensein in einer Datsche, besucht den Tierpark, entspannt sich auf einem Ausflugsdampfer der „Weißen Flotte“ und amüsiert sich im Vergnügungspark Plänterwald. – Ausgehend von der Festwoche „Köpenicker Sommer“ wirbt der Informationsfilm Berlin Köpenick von 1977 für einen Besuch in einen Stadtbezirk, der mehr zu bieten hat als nur die Erinnerung an den Hauptmann von Köpenick. Vom Kunstgewerbemuseum im Schloss Köpenick geht es zu den Betrieben der Elektroindustrie und den Großwäschereien. Im Sommer locken zahlreiche Freizeitangebote. Währenddessen herrscht in der Altstadt das übliche Verkehrschaos. Mit dem Salvador-Allende-Viertel entstand östlich der Altstadt eine moderne Großsiedlung.
‣Samstag, 27. November 2021, 16.00 Uhr, Berlin, Kino Brotfabrik; Filmeinführung.
‣Sonntag, 21. November 2021, 18. Uhr, Zeughauskino + Wiederholung am 24. November, 20.00 Uhr, Reihe Berlin.Dokument Nr. 107: Jüdisches Leben in Ost und West-Berlin. – 107. Jüdisches Leben Handout.pdf – 1979 besuchen Mitarbeiter der Staatliche Filmdokumentation der DDR ältere jüdische Einwohner von Ost-Berlin und zeichnen ihre Erinnerungen an ihren Alltag in den 1920er und 1930er Jahren und die Verfolgung auf. (XIV. Stadtgeschichte, Denkmale und Denkmalspflege / 2. Historische Straßen und Plätze / d. Almstadtstraße). Die Kamera schwenkt über nackte Giebelwände und heruntergekommene Fassaden und stößt auf verblasste hebräische Schriftzeichen. Auch die Schauspielerin Mischket Liebermann erinnert sich an jüdisches Leben im Scheunenviertel und das Bethaus in der Grenadierstraße. Sie liest aus ihrem 1977 erschienenen Buch "Aus dem Ghetto in die Welt". – 1969 rief der Berliner Senat ein Besuchsprogramm für NS-Verfolgte ins Leben. In Begegnung mit der alten Heimat von 1979 begleitet Thomas Hartwig den Bakteriologen Werner Silberstein, der bis 1933 am Robert-Koch-Institut arbeitete und das im Scheunenviertel aufgewachsene Ehepaar Süßapfel bei ihrer Reise von Israel nach Berlin. Der Film erinnert an die ehemals fünftgrößte jüdische Gemeinde der Welt und zeigt Ausschnitte aus einer Feier zum zehnjährigen Bestehen des Programms. Die Gäste aus aller Welt nehmen an Stadtrundfahrten teil; einige versuchen, die Orte ihrer Kindheit und Jugend wiederzufinden.
‣Samstag, 16. Oktober 2021: Buchvorstellung "Heimkino auf Ozaphan" zusammen mit Ralf Forster, 13:20-14:30 Uhr, im Filmmuseum Potsdam, anlässlich des Home Movie Day 2021.
‣Mittwoch, 26. September 2021, 18.00 Uhr, Zeughauskino + Wiederholung am Mittwoch, den 29. September, 20.00 Uhr, Reihe Berlin.Dokument Nr. 105: Ost-Berlin: Rekonstruktion und Umgestaltung – 105. Ost-Berlin Rekonstruktion und Umgestaltung Handout kompr.pdf – Menschen Bauten Kunst von 1972 stellt nicht nur die Baudenkmäler Unter den Linden vor, sondern auch zahlreiche Beispiele von Kunst am Bau wie Wandbilder, Reliefs und gestaltete Spielgeräte, die als Elemente der „sozialistischen Umgestaltung der Stadt“ verstanden werden. In den siebziger Jahren gewinnt auch in Ost-Berlin die Sanierung des heruntergekommenen Altbaubestandes an Bedeutung. Der Lehrfilm Sozialistische Rekonstruktion von Altbau-Wohngebieten (1973) der Bauakademie Berlin informiert über die Entkernung und die Modernisierungsmaßnahmen von Gründerzeitbauten am Prenzlauer Berg. – Berlin – Hauptstadt der DDR (1974) ist ein Film aus einer größeren Reihe von ähnlich gestalteten Informationsfilmen, die das Baugeschehen im besten Licht erscheinen lassen. – In Stadtlandschaften porträtieren Karlheinz Mund, Wolfgang Thierse und Christian Lehmann 1981 drei Künstler, die sich zum einen mit den noch allgegenwärtigen Altbauten und Brachen (Ost-Berlin), zum anderen mit den genormten und standardisierten Neubauten (Halle-Neustadt) auseinandersetzen. Konrad Knebel reflektiert die Geschichtsspuren im Stadtbild, die sich etwa in verfallenen Gebäuden eingeschrieben haben. Auch Klaus Magnus hält in seinen Zeichnungen von Abrisshäusern und Straßenzügen Vergangenes fest. Die modernen Wohnkomplexe in Halle-Neustadt, mit denen sich Uwe Pfeifer auseinandersetzt, könnten genauso gut in Ost-Berlin stehen. Die Stadt als Landschaft – das heißt für die drei Künstler auch, das im Wandel begriffene urbane Leben neu zu denken.
‣Sonntag, 2. August 2020. 18.00 Uhr, Zeughauskino + Wiederholung an Mittwoch, 5. August, um 19.00 Uhr – Reihe Berlin.Dokument Nr. 99 – BD 99 Streifzüge durch Ost-Berlin Handout.pdf – Streifzüge durch Ost-Berlin – Mit spitzem Bleistift und losem Mundwerk folgt Erich Schmidt, der Pressezeichner der „Berliner Zeitung“, im Augenzeugen den Spuren Heinrich Zilles. Er testet die Qualität der Berliner Luft, lästert über die Berliner Esskultur, zeichnet Berliner Mode oben ohne und karikiert lange Warteschlangen und hektische Drängeleien. In einem weiteren Augenzeugen besingt der Berliner Oktoberklub den Prenzlauer Berg. 1975 porträtiert das Amateurfilmstudio des Wohnungsbaukombinats Berlin den Bezirk Friedrichshain. Der filmische Streifzug führt u.a. zum Städtischen Krankenhaus, in das Geschäft „Jugendmode“ an der Karl-Marx-Allee, zum VEB Berliner Damenmoden, den Glaswerken Stralau sowie in den Narva-Jugendclub. Mit zahlreichen Alltagsbeobachtungen und Interviews wirft die Reportage Berliner in Pankow des DDR-Fernsehens von 1977 einen liebevollen Blick auf den Bezirk. In dem DISCO-Film Berlin (1977) singt Uschi Brüning das Lied „Komm in die Stadt“ und lädt auch zum Kennenlernen der Berliner Schnauze ein.
‣Freitag, 10. Juli 2020, 18.00 Uhr, Zeughauskino + Wiederholung am Sonntag, 12. Juli 2020, 18.00 Uhr – Reihe: Berlin.Dokument. Nr. 98 – BD 98 Sie - und andere Handout.pdf – Sie – und andere Frauen aus Ost-Berlin – Viele Frauen in Ost-Berlin waren sowohl berufs- als auch haushaltstätig. In Gitta Nickels Film Sie suchen Arbeiterinnen im „VEB Textilkombinat Treffmodelle Berlin“ Rat bei einer Gynäkologin. Die Frauen äußern sich zu grundlegenden Problemen wie jenen der Familienplanung. Offizielle Anerkennung erfuhren die Frauen am Internationalen Frauentag. – 1975 dachten sich Vorschulkinder etwas Besonderes aus und schmückten eine Straßenbahn aus, die nur weibliche Fahrgäste aufnehmen durfte (Die Überraschung). – Frau Krosse ist eine jener Frauen, denen es immer wieder gelang, Haushalt, Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bringen – hier ungelernte Arbeiterin im Glühlampenwerk, dort alleinerziehende Mutter von drei Kindern (Glühbirnen wachsen nicht am Baum). – Eine andere dieser Frauen ist Brigitte, sie hat 1956 als Kind in einem DEFA-Film über Kinderträume mitgewirkt. 1979, nun 30-jährig, erzählt sie in Film von gestern aus ihrem Leben: Sie arbeitet als Verkäuferin in einer staatlichen Kohlehandlung, ist geschieden und hat sechs Kinder. Wünsche hat sie vor allem für ihre Kinder. Aber was wünscht sie sich selbst?
‣Sonntag, 9. Februar 2020, 16.00 Uhr, Zeughauskino + Wiederholung am Mittwoch, den 12. Februar, 20.00 Uhr – Reihe: Berlin.Dokument Nr. 97 – BD 97. Cinema Berolina Handout.pdf – Cinema Berolina – Filmgeschichte aus Berlin – 1970 wurde in West-Berlin "75 Jahre Film in Berlin" gefeiert. Zu diesem Anlass gab der Senat auch eine Fernsehserie über die Entwicklung des Films in Berlin in Auftrag. In dreizehn Folgen breitete der Journalist, Drehbuchautor und langjährige Pressechef der Internationalen Filmfestspiele Hans Borgelt Berliner Filmgeschichte aus: Cinema Berolina. In Darsteller ohne Gage geht es um Lehr- und Reisefilme, aber auch um Filme, in denen Berlin die Starrolle innehat. Vom Kintopp zum Drive-In stellt Filmtechnik und Filmgenres vor, beklagt aber auch das gro§e Kinosterben. Archivierung und Sicherung der Filmgeschichte sowie neue filmtechnische Entwicklungen sind Themen in Vom Experiment zur Wissenschaft. Im Mittelpunkt der letzten Folge Das Filmfestival steht die 1951 gegründete Berlinale als dem wichtigsten filmkulturellen Ereignis der Stadt. – Zu seinem 18. Geburtstag am 22. November 1976 gibt das Sandmännchen eine Pressekonferenz und führt durch das Trickstudio des DDR-Fernsehens in Berlin-Mahlsdorf. Gerhard Behrendt, der Vater der beliebten Trickfilmfigur, erzählt von der langwierigen Geburt des Sandmännchens, das seitdem Woche für Woche immer neu zum Leben erweckt wird.
‣Samstag, 4. Januar 2020, 20.00 Uhr, Zeughauskino + Wiederholung am Sonntag, den 5. Januar, 18.00 Uhr – Reihe: Berlin.Dokument Nr. 96 – 96. Metropolis der Kunst Handout.pdf – West-Berlin: Metropolis of Art – Spaziergang zu West-Berliner Kultureinrichtungen der 1970er Jahre. Ausgangspunkt sind die Südsee-Boote im Ethnologischen Museum in Dahlem. Mehr als 60 Galerien bieten vor allem Kunst der 60er und 70er Jahre schwerpunktmäßig von Berliner Künstlern an. Die Galerie der KWARZ-Gruppe arbeitet selbstorganisiert, die Galerie Nierendorf hat sich auf Arbeiten des Expressionismus spezialisiert und im stillgelegten U-Bahnhof Nollendorfplatz floriert der „Berliner Flohmarkt“. Im Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie lädt „Jazz in the Garden“ ein und die Akademie der Künste präsentiert ihr umfangreiches Jahresprogramm. Atelierbesuche machen mit der „Schule der neuen Prächtigkeit“, dem Bethanien in Kreuzberg und dem Künstler Edward Kienholz bekannt. Ein Stadtrundgang führt durch das Hansa-Viertel, zu einem internationalen Bildhauer-Symposium im Tiergarten und zu Beispielen von Kunst am Bau. Altbauten werden saniert und die Bürger an der Stadtplanung beteiligt; im Tiergarten entsteht die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz und am Kurfürstendamm locken die nächtlichen Leuchtreklamen der Metropolis of Art.